26. Februar 2016

20:00 UHR «Der Golem, wie er in die Welt kam»

Deutschland 1920
Mit Paul Wegener, Albert Steinrück, Ernst Deutsch
Regie: Paul Wegener und Carl Boese
Dauer: 80 min
35 mm, s/w, Virage, deutsche Zwischentitel


Der Golem, wie er in die Welt kam ist der dritte Golem-Film des Schauspielers / Regisseurs Paul Wegener und gilt als Klassiker des deutschen Stummfilms. Nach zwei früher gedrehten, jedoch verschollenen Filmen erlangte Wegener mit diesem dritten Versuch, den Golem darzustellen, Weltruhm. Der Film diente in der Folge als Inspirationsquelle für weitere Filmklassiker, wie etwa Murnaus Faust (1926) oder Whales Frankenstein (1930).

Der Golem folgt einer alten jüdischen Legende, thematisiert den menschlichen Schöpfungswunsch und führt dessen Vermessenheit vor Augen. Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert in Prag: aufgrund der Konstellation der Sterne droht Gefahr für das jüdische Ghetto. Der dort wohnende jüdische Rabbi Löw entschliesst sich daher, den sogenannten Golem, einen künstlichen Lehmmenschen, zum Leben zu erwecken, um die Bewohner vor der Verfolgung durch den Kaiser zu bewahren. Mit Hilfe einer Teufelsbeschwörung wird dem Golem Leben eingehaucht und dieser kann auch tatsächlich verhindern, dass grosses Unheil über das Ghetto hereinbricht. Die Tochter des Rabbis, Mirjam, verliebt sich in den christlichen Junker Florian; diese subtile Nebenhandlung steht im Kontrast zur ansonsten schaurig-dramatischen Tragödie, in der der Golem zwischenzeitlich das Leben verliert und erneut zum Leben erweckt wird. Einer Prophezeiung zur Folge wendet sich der Golem bei ungünstiger Sternenkonstellation gegen seine Erschaffer – wozu es im grandiosen, dramatischen Filmfinale dann auch tatsächlich kommt.

Berühmt und noch heute beeindruckend ist Der Golem, wie er in die Welt kam in erster Linie dank der grandiosen Kulisse von Hans Poelzig, der das Ghetto als ein beengendes Gewirr mit krummen Wegen und aussergewöhnlichen, mittelalterlichen Holz- und Strohhäusern entwarf. 
Stilistisch ist Wegeners Film eine Mischung aus Legende und Märchen mit Elementen des Horrorfilms. Der Golem, wie er in die Welt kam gehört zu den wichtigsten und einflussreichsten Vertretern des sog. deutschen, expressionistischen Stummfilms. Auch die Bildgestaltung ist beispielhaft und von hohem künstlerischem Rang. 

Der Golem, wie er in die Welt kam wird anlässlich der zweiten St.Galler Stummfilmkonzerte in einer restaurierten, viragierten (also eingefärbten) Fassung vorgeführt werden. Die Virage des Originals, d.h. die Einfärbung der Filmsequenzen nach einem bestimmten Stimmungs-Code (wie z.B. blau für Nachtsequenzen, grün für Außenaufnahmen, gelb u.a. für Szenen in Innenräumen) wurde dabei rekonstruiert.


 

27. Februar 2016

16:00 UHR «Der Golem, wie er in die Welt kam»

Deutschland 1920
Mit Paul Wegener, Albert Steinrück, Ernst Deutsch
Regie: Paul Wegener und Carl Boese
Dauer: 80 min
35 mm, s/w, Virage, deutsche Zwischentitel


Der Golem, wie er in die Welt kam ist der dritte Golem-Film des Schauspielers / Regisseurs Paul Wegener und gilt als Klassiker des deutschen Stummfilms. Nach zwei früher gedrehten, jedoch verschollenen Filmen erlangte Wegener mit diesem dritten Versuch, den Golem darzustellen, Weltruhm. Der Film diente in der Folge als Inspirationsquelle für weitere Filmklassiker, wie etwa Murnaus Faust (1926) oder Whales Frankenstein (1930).

Der Golem folgt einer alten jüdischen Legende, thematisiert den menschlichen Schöpfungswunsch und führt dessen Vermessenheit vor Augen. Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert in Prag: aufgrund der Konstellation der Sterne droht Gefahr für das jüdische Ghetto. Der dort wohnende jüdische Rabbi Löw entschliesst sich daher, den sogenannten Golem, einen künstlichen Lehmmenschen, zum Leben zu erwecken, um die Bewohner vor der Verfolgung durch den Kaiser zu bewahren. Mit Hilfe einer Teufelsbeschwörung wird dem Golem Leben eingehaucht und dieser kann auch tatsächlich verhindern, dass grosses Unheil über das Ghetto hereinbricht. Die Tochter des Rabbis, Mirjam, verliebt sich in den christlichen Junker Florian; diese subtile Nebenhandlung steht im Kontrast zur ansonsten schaurig-dramatischen Tragödie, in der der Golem zwischenzeitlich das Leben verliert und erneut zum Leben erweckt wird. Einer Prophezeiung zur Folge wendet sich der Golem bei ungünstiger Sternenkonstellation gegen seine Erschaffer – wozu es im grandiosen, dramatischen Filmfinale dann auch tatsächlich kommt.

Berühmt und noch heute beeindruckend ist Der Golem, wie er in die Welt kam in erster Linie dank der grandiosen Kulisse von Hans Poelzig, der das Ghetto als ein beengendes Gewirr mit krummen Wegen und aussergewöhnlichen, mittelalterlichen Holz- und Strohhäusern entwarf. 
Stilistisch ist Wegeners Film eine Mischung aus Legende und Märchen mit Elementen des Horrorfilms. Der Golem, wie er in die Welt kam gehört zu den wichtigsten und einflussreichsten Vertretern des sog. deutschen, expressionistischen Stummfilms. Auch die Bildgestaltung ist beispielhaft und von hohem künstlerischem Rang. 

Der Golem, wie er in die Welt kam wird anlässlich der zweiten St.Galler Stummfilmkonzerte in einer restaurierten, viragierten (also eingefärbten) Fassung vorgeführt werden. Die Virage des Originals, d.h. die Einfärbung der Filmsequenzen nach einem bestimmten Stimmungs-Code (wie z.B. blau für Nachtsequenzen, grün für Außenaufnahmen, gelb u.a. für Szenen in Innenräumen) wurde dabei rekonstruiert.


 

27. Februar 2016

20:00 UHR «The General»

dt.: Der General
USA 1926
Mit Buster Keaton, Marion Mack, Jim Farley, Charles Henry Smith, u.a.
Regie: Buster Keaton und Clyde Bruckman
Dauer: 75 min
35 mm, s/w


The General zählt aufgrund seiner stringenten Dramaturgie und ambitionierten Bildgestaltung zu den bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte. Als klassischer Keaton-Film dürfte er neben Chaplins Goldrausch und Langs Metropolis zu den heute bekanntesten Stummfilmen zählen. Er wurde damals extrem aufwendig verfilmt, wobei er sich als Komödie eines ernsten Themas, nämlich des amerikanischen Bürgerkrieges, annimmt.

The General erzählt die Geschichte der Nord- und Südstaaten (1860er Jahre) aus der Sicht des Lokführers Johnnie Gray und dessen Lokomotive General. Johnny meldet sich freiwillig als Soldat, um Gunst und Respekt seiner Geliebten Annabell Lee nicht zu verlieren, wird allerdings als Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg abgelehnt. Damit ist zu diesem Zeitpunkt auch die Beziehung zu Annabelle zu Ende.

Als Johnnys Lokomotive ein Jahr später von nordstaatlichen Spionen entführt wird, nimmt er selbst die Verfolgung auf – zunächst zu Fuss, dann mit einer anderen Lokomotive. Gleichzeitig will er auch seine Angebetete zurück erobern. In einer atemberaubenden Verfolgungsjagd voller Erfindungsreichtum, der alle möglichen und unmöglichen Hindernisse überwindet,  gelingt es Johnny am Ende, nicht nur seine geliebte Lokomotive, seine Angebetete, und seine militärische Ehre wieder zu gewinnen, sondern gleich auch der gesamten Südstaatler-Truppe zu einem Sieg zu verhelfen. Aufgrund der Bewegungsdynamik ist The General einer der „bewegtesten“ Stummfilme aller Zeiten, die Dreiecksbeziehung zwischen Johnny, Annabell und der Lokomotive (Mann, Mädchen und Maschine) ist gleichzeitig harmonisch und komisch.




Im Beiprogramm «The Scarecrow»

USA 1921
Mit Buster Keaton, Joe Roberts, Sybil Seely, Joe Keaton u.a.
Regie: Buster Keaton
Dauer: 20 min
35 mm, s/w, englische Zwischentitel


The Scarecrow (auf deutsch: Trauung mit Hindernissen; wörtlich: die Vogelscheuche) ist eine Slapstick-Komödie, die aus drei locker aneinandergereihten Sketchen beseht: Keaton und Robert beim Frühstück in ihrer „multifunktionalen“ Einzimmerwohnung, dann Keatons Flucht vor einem vermeintlich tollwütigen Hund und zuletzt eine Verfolgungsjagd zu viert, die mit einer Heirat auf dem Motorrad endet.

Trotz seiner Dreiteiligkeit wirkt der ganze Film wie aus einem Guss. Dieser Eindruck entsteht dank Keatons Sinn für das leicht Ausgefallene und Experimentelle, das sich als roten Faden durch The Scarecrow zieht und dem Ganzen eine Einheit gibt. Zunächst leben die Knechte Keaton und Roberts in einer bescheidenen Hütte. Beide möchten der Tochter des Farmers einen Heiratsantrag machen. Dies führt aus verschiedenen Gründen zunächst nicht zum Erfolg. Eine Szenen mit der Vogelscheuche hat dann dem Film den Namen gegeben: Keatons verloren gegangene Kleidung muss durch Kleidung einer Vogelscheuche ersetzt werden. Am Ende kommt es nach einer imposanten Verfolgungsjagd dann doch noch zu einer Trauung...



28. Februar 2016

14:30 UND 16:30 Uhr
Kinderprogramm für Familien

Laurel & Hardy
Angora Love (1929). 16 mm.

CHARLIE CHAPLIN
The Rink (1916). 16 MM.


Als die Bilder laufen lernten… da gab es Clowns, deren Spässe dank des Mediums Film um die ganze Welt gingen und Leute aller Nationen zum Lachen brachten. Die Clowns und ihre Spässe wurden überall verstanden, denn weil das Kino in seiner Anfangszeit noch keinen Ton kannte, mussten sie eine Sprache erfinden, die allgemeinverständlich war – ohne Worte!

Und so lachten damals alle Kinobesucher, ob sie nun in Uzwil, Uganda oder Usbekistan lebten, über die Spässe der Clowns, denn diese waren universell zu verstehen, egal welche Muttersprache man sprach.

Einige dieser Clowns wurden weltberühmt, denn sie waren wirklich gut. In unserem Programm treten drei der weltberühmtesten Clowns überhaupt auf: Charlie Chaplin, Stan Laurel und Oliver Hardy. Die Filme entstanden vor fast hundert Jahren, 1915-1929.

Das Kinderprogramm ist geeignet für Kinder, Jugendliche, Eltern, Grosseltern, Göttis, Gotten und alle, die eintauchen möchten in frühere Zeiten! Die Filme werden wie damals gezeigt: stumm, mit einer Musikbegleitung an einer echten Kino-Orgel. Lachen ist garantiert!