17. Januar 2020

20.00 Uhr
THE LODGER

The Lodger war Hitchcocks dritte Langfilm-Regiearbeit, er gilt aber als erster typischer Hitchcock-Film. Dies nicht nur, weil es sich um seinen ersten Krimi handelt, sondern vor allen Dingen, weil hier erstmals deutliche Schritte in Richtung der ganz eigenen Hitchcock’schen Filmsprache zu beobachten sind. Die Bedrohung und die Angst finden immer wieder Ausdruck in aussagekräftigen, suggestiven Bildern, die völlig neu waren im damaligen Kino und die auch heute noch ihre Wirkung nicht verfehlen. Zudem macht Hitchcock hier auf originelle Art Gebrauch von Zwischentiteln (Hitchcock kam ursprünglich als Zwischentitel-Gestalter zum Film).

Zum Inhalt: London wird von einer schrecklichen Mordserie erschüttert. Ein geheimnisvoller Unbekannter, der sich „der Rächer“ nennt, bringt innerhalb nur kurzer Zeit serienweise junge Frauen um. Dabei scheint er nach gewissen Regeln zu verfahren: Er mordet nur an Dienstagen und alle seine Opfer sind blond. Am Tatort hinterlässt er stets einen Zettel mit seiner Signatur. Gerade als die Hysterie um den mysteriösen Frauenmörder ihren Höhepunkt erreicht, zieht ein zwielichtiger Mieter (engl: „Lodger“) in eines der Zimmer des Ehepaares Bunting und ihrer - blonden - Tochter Daisy ein...

Das Drehbuch lässt die Frage nach der Schuld des „Lodger“ bis zuletzt in der Schwebe, was dem Film eine Sog-artige Spannung verleiht.

Wir zeigen den Film mit englischen Zwischentiteln. Begleitet wird er von Richard Hills, GB.


18. Januar 2020

20.00 Uhr
Hal Roach II

Nach dem grossen Erfolg des Hal Roach-Programms vom letzten Jahr bringen die St.Galler Stummfilmkonzerte eine zweite Auflage mit weiteren Kurzfilmen des berühmten Comedyfilm-Produzenten.
Hal Roach (1892 – 1992) war vor allem für seine Kurzfilmkomödien bekannt. In seinem Studio wurden etwa das berühmte Duo Laurel & Hardy oder Harold Lloyd gross. Auch Charley Chase und Max Davidson waren in ihrer Zeit klingende Namen – heute sind sie beinahe vergessen. Eines von Roachs Erfolgsgeheimissen war, dass er seinen Komödianten den künstlerischen Freiraum gewährte, den sie benötigten, um in der Improvisation ihre Gags und Abläufe zu entwickeln. Diese Studiopolitik resultierte in einer Reihe wahrer Juwelen der Filmkomödie – von denen die «St.Galler Stummfilmkonzerte» dieses Jahr vier zur Wieder-Aufführung bringen.

Harold Lloyd in
Get Out and Get Under (USA 1920, Regie: Hal Roach)
Harold hat verschlafen; um rechtzeitig zur Aufführung seiner Theatertruppe zu gelangen, startet er sein neues Auto – und erlebt ein Missgeschick nach dem anderen, wodurch ihm die Zeit immer knapper wird. Das Resultat: Eine wilde Hetze durch Strassen, Feld, Wald und Wiesen.

Laurel & Hardy in
From Soup to Nuts (USA 1928, Regie: Edgar Kennedy)
Stan und Ollie geraten als unbedarfte Kellner in eine vornehme Gesellschaft, wo sie durch ihr unangemessenes Verhalten für masslose Empörung sorgen.

Charley Chase in
Crazy Like A Fox (USA 1926, Regie: Leo McCarey)
Zwei befreundete Millionäre wollen ihre beiden Kinder verheiraten – was diesen überhaupt nicht gefällt. Die Tochter reisst aus und der Sohn gibt vor, unter Anfällen von Irrsinn zu leiden. Beide begegnen sich am Bahnhof und verlieben sich ineinander, freilich ohne im anderen den zukünftigen Partner zu erkennen.

Max Davidson in
Pass the Gravy (1928, Regie: Fred Guiol) 
Der deutsche Jude Max Davidson verkörperte in Hal Roachs Filmen den jüdischen Familienvater, der in aberwitzigen Situationen die Contenance bewahren muss. Hier lädt Max seinen Nachbarn, einen Geflügelzüchter, zum Essen ein und setzt diesem unwissentlich den eigenen, preisgekrönten Zuchthahn zum Essen vor. Der Rest der Familie versucht, Max während des Essens verzweifelt (und erfolglos) auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, bevor der Gast sie entdeckt.

Die Filme werden alle in 16mm-Kopien aus den USA zu sehen sein - mit englischen Zwischentiteln. Begleitung: Donald MacKenzie, GB






19. Januar 2020

16.00 Uhr
Kurzfilmnachmittag

Der Sonntagnachmittag bringt traditionellerweise ein Programm für die ganze Familie, das diesmal unter dem Thema „Polizei“ steht und folgende Kurzfilme beinhaltet:

Alice the Jailbird (USA 1925; Regie: Walt Disney)
Dieser Zeichentrickfilm stammt aus der Anfangszeit des späteren Trickfilmkönigs Walt Disney. In faszinierender Weise verbindet der Film eine reale Darstellerin (Alice) mit animierten Bildern. In diesem Cartoon klauen Alice und ihr Kater einen Kuchen und werden darauf von der Polizei gejagt…

Ko-Ko the Kop (USA 1927; Regie: Dave Fleischer)
Ein weiterer kurzer Trickfilm aus der Stummfilmzeit, von Disneys damals schärfstem Konkurrenten Dave Fleischer. Der Film spielt auf verblüffende Weise mit den Möglichkeiten des Trickfilms und kann als Meisterstück des filmischen Surrealismus bezeichnet werden. Koko der Clown, hier in der Rolle eines Polizisten, verfolgt einen Hund, der einen Knochen geklaut hat.

Easy Street (USA 1917; Regie: Charles Chaplin)
Und auch Charlie Chaplin geht unter die Polizisten. Der Landstreicher wird von einer hübschen Missionarin bekehrt und wandelt sich darauf zum engagierten Gesetzeshüter, der es in der heruntergekommenen Easy Street mit einem schrecklichen Bandenchef zu tun bekommt.

Die Filme werden alle in 16mm-Kopien aus den USA zu sehen sein - mit englischen Zwischentiteln. Begleitung: Donald McKenzie, GB